Virtueller Spaziergang durch die "Hinteren Stellimatten"

2. Die Langen Erlen, die Wiese und die Stellimatten

 

               

Die Langen Erlen

Das Gebiet der Langen Erlen liegt vor den Toren der Stadt Basel, zu einem grossen Teil auf Gemeindegebiet Riehen. Es erstreckt sich vom Nordosten (Freiburgerstrasse, Fasanenstrasse, Eglisee) ins Tal der Wiese bis hin zur Grenze nach Lörrach (D). Im Südwesten des Gebietes liegt der Tierpark Lange Erlen, weiter nordöstlich das Schutzreservat der Ornithologischen Gesellschaft Basel ("Entenweiher").
Das Gebiet der Langen Erlen unterliegt starkem Nutzungsdruck: erste Priorität besitzt die Grundwasseranreicherung durch die IWB (Industrielle Werke Basel), Forst- und Landwirtschaft beanspruchen ebenfalls das Gebiet und nicht zuletzt spielt die Naherholung eine erhebliche Rolle.

Das Gebiet lässt sich morphologisch in randliche Niederterrassenschotter und die darin eingegrabenen Auengebiete der Wiese und des Rheines einteilen.

Geologisch liegen die Langen Erlen in der südöstlichen Ecke des Rheintalgrabens; dessen Rand, die Rheintalflexur, verläuft im Osten des Gebietes. Die im Tertiär abgelagerte Molasse im Untergrund fungiert als Grundwasserstauer, die darüberliegenden, 10-20m mächtigen quartären Schotter bilden den Grundwasserleiter.

Der Grundwasserträger der Langen Erlen wird von Wiese- und Rheinschotter gebildet, die jüngeren Wieseschotter liegen fast überall über denen des Rheines. Das Grundwasser im Basler Bereich der Wieseebene wird durch Zufluss vom Dinkelberg, Flussinfiltration der Wiese und Niederschlag gespiesen.

 

Blick von der Weilstrasse Richtung Süden

 

Die Wiese

"Wiese" heisst der Fluss, der aus dem Schwarzwald kommt und sein Wasser in Basel in den Rhein führt.
Beim Tüllinger Hügel verlässt die Wiese ihr enges Tal und betritt eine weite Ebene des Rheintals. Das geringe Gefälle und der quartäre Schotteruntergrund ermöglichten ihr, breit auszuufern und ihr Bett zu verlagern. Dabei pendelt sie über die ganze Ebene zwischen dem Tüllinger Hügel und dem Rain der Niederterasse und ebnete mit der Zeit die Talaue, die Langen Erlen, ein. Durch ständig wiederkehrende Hochwasser blieben die Talauen ein lebensfeindlicher Raum.
Zunehmender Nutzungsdruck und gravierende Hochwasser (1882/83) forderten deren Eindämmung. Um 1850 begannen die Arbeiten, die die Wiese in ihr heutiges schnurgerades Korsett zwängten!

 

Die Stellimatten

Sowohl die Hinteren als auch die Vorderen Stellimatten sind die jüngsten Wässerstellen der Industriellen Werke Basel (IWB) und liegen ganz im Norden der Langen Erlen, direkt neben der Grenze zu Lörrach (D).

Die Sickerleistung der beiden Stellimatten ist sehr schlecht, weshalb die Grundwasseranreicherung mittels diesen Wässerstellen wenig interessant ist und in Anbetracht einer rückgängien Wassernachfrage in naher Zukunft eingestellt werden sollte.

Eine Ausserbetriebnahme der sehr artenreichen und natürlichen Auenlandschaften sehr nahekommenden Flächen zu verhindern, und mögliche alternative "Weiternutzungen" aufzuzeigen, sind erklärte Absichten des MGU-Projekt F2.00 . Die Beteiligten versuchen deshalb vielfältigen Fragestellungen auf den Grund zu gehen.

Bisher standen die Hinteren Stellimatten im Vordergrund der Forschung, weshalb der Spaziergang (vorerst) nur durch diese Flächen führen wird.

 

Zurück zum Anfang